Social Bots – Gefahren in Sozialen Netzwerken

Bot ist die Kurzform von robot, dem englischen Wort für Roboter. Gemeint sind Computerprogramme, die weitestgehend automatisch sich wiederholenden Aufgaben erfüllt, ohne dabei auf menschliche Interaktionen angewiesen zu sein. Sie agieren aber auch in sozialen Netzwerken, die sogenannten Social Bots.

Unterscheiden muss man in Bots, die zugeben, dass sie Bots sind und die Social Bots. Die tun, als wären sie normale User. Erkennbare Bots posten beispielsweise täglich den Wetterbericht oder Sportergebnisse. Social Bots hingegen verbreiten Werbung oder politische Botschaften. Das allerdings meistens versteckt.

In den Sozialen Medien werden sie gezielt eingesetzt, um automatische Antworten zu posten. Bei Twitter beispielsweise werden Social Bots eingesetzt, um auf spezifische Hashtags zu reagieren und dann vorher programmierte Informationen abzusetzen. Dafür werden echt aussehende Twitter-Accounts geschaffen, welche Profil-Bild, harmlose Posts und Follower haben und sogar selbst anderen Nutzern folgen. Mit diesen wird Werbung verbreitet.

Social Bots manipulieren auch Wahlkämpfe

Sie werden auch eingesetzt, um politische Propaganda im Sinne ihrer Programmierer zu verbreiten. Das aktuellste Beispiel ist der Wahlkampf um die US-Präsidentschaft zwischen Trump und Clinton. Dort waren laut einer Untersuchung der Universität Oxford mehr als ein Drittel (37,2%) aller Tweets für Trump und fast ein Viertel (22,3%) der Tweets für Clinton computergesteuert.

Normale Benutzer erkennen schwer oder gar nicht, ob ein Beitrag in sozialen Netzwerken wie Twitter von einer echten Person oder einer Maschine stammt. Weshalb solche Social Bots teilweise als Gefährdung für den Meinungsbildungsprozess in einer Demokratie angesehen werden.

Wissenschaftler Simon Hegelich versucht Social Bots zu entlarven

Die Technische Universität München hat Prof. Dr. Simon Hegelich mit einem, vom Bund gefördertem, Forschungsprojekt mit Namen “Social Media Forensics” betraut, in welchem er den Einfluss von Social Bots in einer Demokratie analysiert und aufzeigt, wie Nutzer diese besser erkennen können. Zusätzlich bloggt er regelmäßig zum Thema Bots.

Was ist gefährlich an Social Bots?

Prof. Dr. Hegelich sieht drei Risiken. Als erstes die Multiplikation von Trends. Schon für Beträge im zweistelligen Bereich kann sich jeder tausende von neuen Twitter-Followern kaufen. Nach dem ganz einfachen Prinzip, wer mehr Follower hat, hat auch mehr Einfluss – eigene Inhalte werden prominenter in den sozialen Netzwerken angezeigt.

Des Weiteren gibt es die Strategie, bestimmte Gruppen zu manipulieren. Das zeigte sich gut am Beispiel des Russland-Ukraine Konflikts.

Als drittes Risiko sieht er die 1:1 Manipulation von Privatleuten. Bei welcher ein Bot auf eine Person abgestellt wird, ihr Profil studiert und sich mit diesen Informationen quasi zum perfekten Freund entwickelt, welcher dann im Anschluss mit dem Nutzer in Kontakt tritt. Das ist eine sehr subtile Art der Manipulation, welche auf Privatpersonen abgestimmt ist.

Einige dieser Fake-Accounts tarnen sich so überzeugend, dass sie selbst in der Königsdisziplin der Bot-Programmierung nicht auffallen: dem Chat mit echten Menschen. Dazu muss man nur Online-Assistenten wie Siri, Cortana und Google Now betrachten. Wir alle haben die kleinen schlauen Helfer von Apple, Microsoft und Co. immer bei uns. Diese Helfer-Bots haben ein enormes Wissen, welches sie sich aus Datenbanken wie Wikipedia holen. Und manchmal sind sie sogar witzig und reagieren teilweise wie Menschen, beispielsweise macht Siri sich über den Nutzer lustig, wenn man sie nach dem Sinn des Lebens fragt oder eine Zahl durch 0 teilen möchte.
Das Schlimme daran ist, dass die Herangehensweise nicht aufwändiger ist, als andere. Denn wenn man es einmal geschafft hat, einen Bot auf dieses bestimmte Vorgehen zu programmieren, dann kann man mit diesem Programm Millionen von Bots erzeugen, welche die gleichen Eigenschaften haben. Ganz schnell und preiswert.

Selbst Profis lassen sich für gewisse Zeit von Bots täuschen

Beim jährlich ausgeschriebenen Loebner-Preis, bei dem die besten Chatbots der Welt auf Herz & Nieren getestet werden. Die Regeln sind simpel: eine Jury chattet parallel mit einem Bot und einem echten Menschen. Hält der Bot 25 Minuten lang aus, ohne identifiziert zu werden, gewinnt sein Entwickler bis zu 100.000 Dollar. Das ist allerdings bisher noch nie passiert – allerdings hielt der Chatbot Rose im vergangenen Jahr für ein paar Minuten unentdeckt durch. Erst als der Bot bei einer Frage immer wieder versuchte, auf ein anderes Thema auszuweichen, flog er auf.

Lukratives Geschäft mit Social Bots

Der 18 jährige niederländische Programmierer Lennart V. verdient gutes Geld mit dem Verkauf von Social Bots. Dabei konzentriert er sich auf Instagram- und Tumblr-Bots, mit denen kann man am besten Geld verdienen.
Er stellt in Fließbandarbeit die Bots her, hat dafür extra eine Software programmiert, die solche Bots automatisch erstellt. Diese verkauft er dann an Zwischenhändler oder an Unternehmen.

Bis zu 1000 Accounts erstellt er so pro Tag und benötigt dafür lediglich ein bis zwei Stunden. Er gibt den Profilen Namen, wählt Berufe aus, legt Profilbilder fest und hinterlegt ab und an eine Handynummer, um die Sicherheitsvorkehrungen der Online-Plattformen zu umgehen. Als sogenannter “Bot-Bastler” verstößt er damit gegen die Geschäftsbedingungen von Facebook, Twitter & Co.

Genau dort müsse die Bot-Produktion auch geahndet werden, so Simon Hegelich. Denn während er als “Bot-Jäger” die falschen Accounts nur ausfindig machen kann, sieht er die Betreiber der Plattformen in der Pflicht diese Bots zu entfernen. Die Bot-Armee aus der Ukraine hatte er an Twitter weitergeleitet, doch es sei bisher nichts passiert.
Gefährlich könnte es werden, sobald sich Politiker ein Meinungsbild im Netz machen, denn derzeit werde das Internet “geflutet mit Millionen von Bots”, die durchaus in der Lage sind, die Trends in Sozialen Netzwerken zu manipulieren.

FAZIT

Sie sehen also, dass es viele Gefahren in Sozialen Netzwerken gibt. Also seien Sie immer vorsichtig und überzeugen Sie sich von der Echtheit eines Nutzers um nicht auf Bots hereinzufallen.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns einfach.

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